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Sylvia Jung

Vom Ueberwinden der Angst vor Praesentationen

„Geschäftserfolg hängt im Wesentlichen davon ab, ob man anderen seine Ideen und Pläne wirksam vermitteln kann“, sagte schon Sir Richard Branson, Unternehmer und Vorsitzender der Virgin Group, die Leser in erster Linie mit Schallplatten in Verbindung bringen dürften. „Ich hasse es, vor Leuten zu sprechen!“ Mit dieser Äußerung von Kursteilnehmern werden die Trainer der Intercom Language Services GmbH & Co. KG aus Hamburg oftmals konfrontiert, erklärt Martin Hooper, Gesellschafter des auf Business-Englisch für Mittelständler und Großunternehmen spezialisierten Sprachinstituts. Die meisten Menschen werden wohl beiden Aussagen zustimmen. Und genau in der Kombination des wirksamen Vermittelns und sich Trauens besteht eine der Herausforderungen moderner Kommunikation. In den meisten Fällen dürfte die Angst, vor Publikum zu sprechen liegen, für den Redner die größte Überwindung sein.


Nachdem wir mit eher negativen Botschaften angefangen haben, kommen wir am besten schnell zu guten Nachrichten und einigen hilfreichen Tipps, die Ihnen mehr Sicherheit geben, wenn Sie das nächste Mal vor einer Gruppe sprechen.

Der Hauptgrund für die Angst vor dem Redenhalten ist natürlich Lampenfieber. Interessanter Weise sind Redner meistens davon überzeugt, dass das Publikum ihnen ihre vermeintliche Nervosität angemerkt. Tatsächlich verhält es sich jedoch ganz anders. Bei direkten Nachfragen bei der Zuhörerschaft, gibt diese oft das Feed-back, dass der Redner sehr überzeugend und sicher gewirkt hat. Martin Hooper erklärt, dass dies damit zusammenhängt, dass sich der Vortragende seiner Nervosität viel bewusster ist als das Publikum. Das bedeutet für Sie, bleiben Sie bei Ihrer nächsten Präsentation auch innerlich ruhig, denn in fast allen Fällen bemerken die Zuhörer Ihre innere Nervosität nicht.

Eine weitere Herausforderung liegt darin, eine Präsentation in einer Fremdsprache zu halten. Hilfreich kann es deshalb sein, sich die wichtigsten sprachlichen Hilfsmittel anzueignen. In Ihrer eigenen Sprache sind Ihnen die Sätze und Ausdrücke kaum bewusst, die Sie verwenden, um Ihre Rede zu strukturieren und Überleitungen herzustellen.

Diese Formulierungen sind auch in bspw. englischsprachigen Präsentationen sehr wichtig. Im englischen Sprachraum wird Rednern mit auf den Weg gegeben: „Sag, was du sagen wirst, sag es und dann sag, dass du es gesagt hast.“ Ein einleuchtender, aber sehr nützlicher Tipp, der oftmals leider nicht ausreichend beherzigt wird.

Darüber hinaus wird die Zahl 60 in Präsentationsseminaren oft thematisiert. Das liegt daran, dass eine gängige These lautet, dass der Redner in den ersten 60 Sekunden seiner Präsentation 60 Prozent der Aufmerksamkeit erhält. Es scheint also zu stimmen, was über den ersten Eindruck gesagt wird. Die gute Nachricht lautet: Wenn Sie überzeugende und ansprechende erste 60 bis 90 Auftaktsekunden leisten, geht der Rest ganz von allein. Strukturieren und planen Sie die ersten 90 Sekunden im Vorfeld gründlich und sprechen Sie sie beim Üben laut. Entwickeln Sie zwei bis drei leicht verschiedene Versionen für Ihren Präsentationseinstieg, mit denen Sie sich absolut sicher fühlen. Es ist dabei nicht nötig, die exakten Formulierungen auswendig zu lernen, aber zentrale Schlüsselbegriffe und Aussagen sollten Sie sofort abrufen können. Dies wird Ihnen helfen, sich anfangs voll auf das Publikum zu konzentrieren. Denken Sie zudem daran, wie Sie ein Gespräch beginnen – da würden Sie in den ersten 60 Sekunden nie den direkten Augenkontakt vermeiden. Auch Ihre Präsentation beginnt damit, dass Sie ein Verhältnis zu Ihren Zuhörern aufbauen. Merken Sie sich: Ihre Zuhörer sind üblicherweise auf Ihrer Seite, würden sie sonst anwesend sein? Ihre Aufgabe besteht also darin, die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer zu gewinnen und zu halten.

Das Geschäftsleben ist heutzutage von viel Druck, insbesondere Zeitdruck geprägt. Oftmals kommt dadurch die Vorbereitung auf eine Präsentation zu kurz. So verlockend es ist, auf eine bereits gehaltene Präsentation zu einem ähnlichen Thema zurückzugreifen und sie zu adaptieren – verzichten Sie lieber darauf und bereiten Sie sich individuell vor, denn Ihre eigene Präsentation können Sie selber am besten halten. Denken Sie bei der Erarbeitung Ihrer Präsentation immer an Ihr Publikum und fragen Sie sich: Wen sprechen Sie genau an? Was wollen Sie vermitteln? Was wissen Ihre Zuhörer bereits? Welche Kernaussagen sollen Ihre Zuhörer am Ende mit „nach Hause nehmen“? Stellen Sie sich diese Fragen, um Ihre Präsentation publikums- und nicht rednerorientiert zu gestalten. Versuchen Sie immer, sich in die Lage Ihrer Zuhörer zu versetzen, denn Ihre Zuhörer sollten einen Mehrwert aus Ihren Worten ziehen. Worin könnte der bestehen?

Lernen Sie von den Könnern ihres Fachs. Im Internet sind unendlich viele exzellente Reden zu finden – von diesen können Sie sich inspirieren und Ihren eigenen Präsentationsstil optimieren. Versuchen Sie jedoch nicht, zu kopieren, sondern bleiben Sie sich selbst treu. Probieren Sie ruhig etwas Neues aus, aber tun Sie nichts, was sich unnatürlich anfühlt, unabhängig davon, ob es bei anderen funktioniert. Bleiben Sie also immer Sie selbst, denn es kommt darauf an, dass Sie selbstsicher und authentisch wahrgenommen werden. In diesem Sinne: „Be yourself, no matter what they say!“

Intercom Language Services GmbH & Co. KG
Rothenbaumchaussee 30
20148 Hamburg
www.intercom-language.de


Verantwortlich für diesen Beitrag: Sylvia Jung