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Frank Urbansky

Tourismusmarketing: Zusammenarbeit stärkt und spart Geld

Workshop führte in Berlin Tourismusmanager aus Zentraleuropa zusammen - Gemeinsame Vermarktung der Route "Transromanica" besprochen

Berlin, 12. Juni 2009. Die Zusammenarbeit, die Einsparung von Kosten und eine schlagkräftigere Vermarktung führte gestern 24 Tourismusmanager aus ganz Europa in Berlin zusammen. Auf Einladung des sachsen-anhaltischen Verkehrsministeriums besprachen die Experten in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts Strategien für touristische und gleichzeitig kulturell wertvolle Standorte. Die betreffenden Regionen arbeiten im Projekt CrossCulTour und bei der Vermarktung der Route Transromanica, zu der auch die deutsche Straße der Romanik gehört, Seite an Seite. In CrossCulTour arbeiten die deutschen Länder Sachsen-Anhalt, Thüringen, das österreichische Bundesland Kärnten, die italienischen Regionen Modena und Piemont sowie Slowenien zusammen.

„Mit genug Zeit, Geld und Glück kann man alles selbst machen“, leitete Juliane Koch vom Verein Transromanica, der das Projekt CrossCulTour betreut, den Workshop ein. „Doch wer hat schon genug davon“, brachte sie das Dilemma auf den Punkt und plädierte für gemeinsame Marketingmaßnahmen sowie Aktionen mit Unternehmen und Institutionen – das so genannte Cross-Marketing.

Kulturtouristen, die man ansprechen möchte, brächten handfeste ökonomische Argumente mit, erläuterte Dr. Manfred Zeiner vom Beratungsinstitut dwif. „Kulturtouristen sind eben nicht nur an Kunst und Kultur interessiert. Sie gehen auch lieber shoppen als andere Touristen, sie schätzen ein attraktives Nachtleben und geben dabei auch mehr Geld aus. Kulturtourist sein ist ein Ganztagsjob,“ erklärt der auf Tourismusberatung spezialisierte Institutsdirektor.


Ganz praktisch ging Birgit Dittmer heran. Die Vermarktungsexpertin der Deutschen Zentrale für Tourismus hob auf die Zusammenarbeit insbesondere mit großen Unternehmen ab, um deutsche Tourismusstätten für ausländische Besucher interessant zu machen. „Global Player können global vermarkten“, so ihr Credo.

Matthias Poeschel zeigte am konkreten Beispiel des „Fahrtziel Kultur“, wie Cross-Marketing auch mit geringen Mitteln funktioniert. „10 Städte in Deutschland, die teils zum UNESCO-Welterbe gehören und alle einen mittelalterlichen Bezug haben, arbeiten hier zusammen“, so der für die Tourismus- und Marketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt arbeitende Experte. „Wir müssen die richtigen Sponsoren suchen, die auch genau zu unserem Image passen.“ Ihnen sei das gelungen und das Projekt im letzten Jahr erfolgreich gestartet. Nun werde es kontinuierlich ausgebaut. „Zusammen ist man stark, außerdem spart man eine Menge Geld“, fasste er seine Marketingerfahrungen zusammen.

Die Kärntnerin Brigitte Schmelzer stellte das Projekt wasser.reich vor. Hier kooperierten sie mit großen Firmen, die einen Bezug zum Wasserreichtum des österreichischen Bundeslandes hätten. So biete die Kelag, der größte Energieversorger des Bundeslandes, seinen Kunden Eintrittspreise in Bädern oder bei Events für nur 50 % des normalen Preises an. Der Gewinn sei für beide Seiten enorm.

Stefania Severi hob auf eine genuss- und eventorientierte Vermarktung ab, bei der von ihr betreuten Region Modena sicher auch kein Problem. So würden Events mit regionalem Hintergrund kreiert und in deren Vermarktung selbst Lebensmittelproduzenten mit einbezogen, die damit auf ihren Verpackungen werben würden. „Dies geht aber nur, wenn die Produkte eine hohe regionale Identität haben und absolut authentisch sind“, so die Italienerin.

Nach den Vorträgen hielten die Manager aus Deutschland, Österreich, Serbien, Italien und Slowenien einen Workshop ab, bei denen sie eigene Erfahrungen austauschten und verallgemeinerten. Einen Schwerpunkt dabei bildete die Logistik. So wurde vom Workshop der Wert von Flughäfen, auch kleinen Flughäfen, hervorgehoben, die für internationale Touristen unentbehrlich seien. Mit diesen müsse im Sinne des Cross-Marketings kooperiert werden. Für Fahrradtouristen wurde angeregt, diesen Räder mit zuschaltbaren Elektromotoren oder mit GPS-Systemen anzubieten. Außerdem könne es mit regionalen Weinherstellern, die entlang der Transromanica produzierten, eine Kooperation geben. Bei dieser würde eine limitierte Serie von Weinen mit bestimmten, auf Transromanica zugeschnittenen Etiketten aufgelegt und über eine marktstarke Einzelhandelskette vertrieben.

Einzelheiten zu CrossCulTour entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Factsheet.
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