Protziger Schmuck ist nicht mehr angesagt
In Zeiten des Wirtschaftswunders entstand nach dem 2. Weltkrieg eine Kultur des Aufschwungs und neuen Wohlstandes. Aus den USA wurde sogar bis in 80er Jahre hinein ein Verhalten importiert, bei dem man seinen Erfolg gerne vorzeigte und offen über Einkommen und Vermögen sprach. Europäer und vor allem Deutsche waren zurückhaltender, jedoch galten verschiedene Statussymbole schon immer als Ausdruck von Wohlstand. Über viele Jahre hinweg galt die Dame im Pelzmantel zum Beispiel als elegant, bis die Tierschützer den Pelzmantel durch Ächtung praktisch in den Kleiderschrank verbannten. Diese geänderte Haltung ist auch auf anderen Gebieten wie Autos oder Schmuck zu beobachten.
Änderung des Zeitgeistes
Das bewusste Demonstrieren des eigenen Wohlstandes hat im Rahmen der Energiekrise große und starke Autos stark in ihrer Prestigewirkung beeinträchtigt. Bezeichnungen wie Spritfresser oder Umweltdinosaurier machen die Runde. Schmuck hat durch verschiedene Gesellschafts- oder Berufsgruppen stark an Image verloren. Schmuck bei Männern ist zwar weit verbreitet, darf jedoch nur sehr dezent verwendet werden, sonst gerät der Träger schnell in den zweifelhaften Ruf der Rotlichtszene. Bei den Damen spielt Schmuck traditionell eine größere Rolle als bei Herren. Ihr Schmuck hat oft erheblichen Wert und wurde früher mit Stolz getragen. Heute kommen die wirklich wertvollen Stücke nur noch selten zum Einsatz, werden gut behütet und häufig weggeschlossen.
Understatement ist das Gebot der Stunde
In Zeiten von wirtschaftlichen Krisen ist die Demonstration von Wohlstand nicht opportun. Protziger Schmuck ist daher für das Image ihrer Besitzer abträglich und wird eher vermieden. Edle Dinge müssen nicht protzig sein sondern können auch als dezenter Schmuck gestaltet werden. So können mit geschmackvollen Schmuckstücken unauffällig hochwertige und elegante Outfits unterstrichen werden. Oft sind die Schmuckstücke nur noch von Kennern als wertvoll zu identifizieren und werden von der Masse der Bevölkerung ignoriert. Dezente Ausstattung mit schmückenden Accessoires ohne protzige Außenwirkung ist daher die angesagte Verfahrensweise geschmackvoller Garderobe.
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Verantwortlich für diesen Beitrag: Elisabeth R.
