Kaufangebote für Anteile offener Immobilienfonds prüfen
Die comdirect bank hat heute in einer Pressemeldung Anleger darauf hingewiesen, dass sie bei offenen Immobilienfonds, bei denen die Rücknahme von Anteilsscheinen zum Teil bereits seit Oktober 2008 ausgesetzt ist, die Kaufangebote Dritter, welche in letzter Zeit solche Anleger immer öfter erreichten, genau prüfen sollen.
Offene Immobilienfonds werden für gewöhnlich börsentäglich gehandelt und ihr Wert täglich festgestellt, was sie etwa von einem Immobilien-Direktinvestment unterscheidet. Er kann aber auch – um einen zu großen Mittelabfluss und damit Liquiditätsprobleme zu vermeiden (das Geld der Anleger steckt schließlich in Immobilien, welche an sich nicht so schnell zu marktgerechten Preisen liquidier- also veräußerbar sind) – die Rücknahme von Anteilen jederzeit aussetzen.
Für die Fonds, welche diese Rücknahme bereits seit Ende Oktober 2008 ausgesetzt haben, werden seitdem täglich die Inventarwerte veröffentlicht. Anleger können also täglich sehen, wie sich der Wert der im Fonds enthaltenen Objekte entwickelt. Außerdem müssen die Fonds gemäß den geltenden gesetzlichen Vorgaben die Rücknahme der Anteile nach spätestens 24 Monaten (hier also spätestens im Oktober 2010) wieder möglich machen.
Darüber hinaus können Fondsanteile – wenngleich auch unter dem eigentlichen Wert – immer noch direkt über die Börse gehandelt werden.
Angebote von Dritten, welche den Brokern über den Bundesanzeiger zugeführt und von diesen an deren Kunden weitergeleitet werden, welche entsprechende Fondsanteile in ihrem Depot haben, liegen meist deutlich unter den aktuell zu erzielenden Börsenkursen bzw. dem eigentlichen Wert der Fonds.
Von daher sollten Anleger warten, bis die Fonds die Rücknahme der Anteile wieder aufnehmen, oder ihre Anteile direkt über die Börse verkaufen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Daniel Franke
