Die Online-Zeitung – ein Erfolgsmodell?
Nicht nur in Deutschland stehen viele Zeitungen unter einem gewaltigen Rationalisierungsdruck, der sie in der Vergangenheit dazu zwang, Journalisten zu entlassen, Redaktionen zusammenzulegen oder Redaktionen zu beschäftigen, die für bis zu drei Zeitungen gleichzeitig schreiben. Mittlerweile gibt es immer mehr Zeitungen, die eine elektronische Ausgabe des Printerzeugnisses anbieten. Mit der France-Soir hat sich im Oktober letzten Jahres eine Zeitung sogar dazu entschieden, ganz auf die Veröffentlichung der Printausgabe zu verzichten. Davon zu unterscheiden sind die Onlineausgaben der Zeitungen, wie zum Beispiel sueddeutsche.de oder auch faz.de. Diese werden regelmäßig aktualisiert, sodass sich die Leser manchmal in Echtzeit über den Verlauf bestimmter Geschehnisse informieren können.
Manche Kritiker behaupten, diese Onlineausgaben der Zeitungen stünden für den Niedergang der journalistischen Handwerkes. Ferner würden diese dazu führen, dass mehr und mehr Journalisten den Job verlieren. Stimmt diese pauschale Aussage, nach der Onlineausgaben zu einer qualitativen Verschlechterung des Journalismus führen? Spiegel.de ist vielleicht das beste Beispiel, um diese Befürchtungen und Behauptungen zu widerlegen. Neben einer Redaktion, die für die Printausgabe verantwortlich ist, besteht eine vollwertige Online-Redaktion, die sich in der Besetzung nicht von der eines beliebigen Printerzeugnisses unterscheiden lässt. So sind die Mitarbeiter der Zeitung auf verschiedene Ressorts verteilt. Zudem bedeutet der Zusatz ‚online‘ nicht, dass das journalistische Erzeugnis dem der Printausgabe nachsteht – es erfüllt vielmehr einen anderen Auftrag. Während die Printausgabe vor allem im politischen Bereich investigativ und teilwiese vor dem Hintergrund von langfristigen Recherchen vorgeht, ist von den Mitarbeitern der Online-Ausgabe nicht selten Flexibilität gefragt. Sie müssen vor allem aktuelle Ereignisse beleuchten, schnell Hintergrundinformationen nachlegen und oftmals unter Zeitdruck Einschätzungen zu wichtigen politischen Fragen liefern. Leser, die an ihren Laptops sitzen, erwarten also etwas anderes als die Leser am Frühstückstisch. Dieses Beispiel zeigt, dass sich Online- und Printausgaben gegenseitig nichts wegnehmen und daher idealerweise nebeneinander existieren.
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Verantwortlich für diesen Beitrag: Daniel Moeller
